Schnarchen

Jeder zehnte erwachsene Bundesbürger schnarcht, wobei Männer häufiger als Frauen betroffen sind. Die Häufigkeit nimmt mit dem Lebensalter und bei Übergewicht zu.

Wir wissen heute, dass die Schnarchgeräusche durch eine nächtliche Einengung der oberen Luftwege mit nachfolgender Behinderung der Atmung verursacht werden. Eine geräuschvolle Atmung während des Schlafes tritt u.a. bei einer Behinderung der Nasenatmung, einer Erschlaffung der Muskeln, des weichen Gaumens und des Rachens, einer Vergrößerung des Zäpfchens oder der Zungenmandel auf.

Schnarchen kann zu einer Störung der zwischenmenschlichen und famliären Beziehung führen. Schnarchen kann aber auch ein Hinweis auf eine ernstzunehmende Krankheiten mit schwerwiegender Gesundheitsgefährdung sein.

Was ist eine Schlafapnoe?

Wir sprechen von einer Schlafapnoe, wenn lautes Schnarchen von Atemstillständen unterbrochen wird. Hierbei kann es sich um eine Störung handeln, wenn diese Episoden mehrere Sekunden andauern und mehrmals innerhalb einer Stunde auftreten. Als Folge dieser Atemstörung kommt es zu einer vorübergehenden Verschlechterung der Sauerstoffversorgung des Gehirns. Hierdurch wird der Schlafrhythmus gestört. Der Patient wacht unbewußt mehrmals während der Nacht auf.

Die Schlafapnoe führt zu:

  • vermehrter Tagesmüdigkeit
  • Leistungsminderung
  • Einschlafneigung am Tag
  • Konzentrations- und Merkfähigkeitsstörung bei der Arbeit oder sogar im Straßenverkehr.

Ursachen und Therapie des Schnarchens

Nach Ausschluß eines Schlafapnoesyndroms zielt die HNO-ärztliche Therapie auf die Verbesserung der Atmung im Bereich der oberen Luftwege.

Da die Ursachen für das Schnarchen vielfältig sein können, gibt es auch für dessen Behandlung eine Vielzahl von Maßnahmen.

Konservative Therapie:

Leichtes und gelegentliches Schnarchen ohne Schlafapnoe kann häufig durch eine Veränderung der eigenen Lebens- und Schlafgewohnheiten geändert werden.

Dazu zählen:

  • Reduktion von Übergewicht und sportliches Training der Muskeln, insbesondere im Halsbereich.
  • Kein Alkohol drei Stunden vor dem Schlafengehen und Vermeidung von Nikotin in den Abendstunden.
  • Keine schwere Mahlzeit in den letzten fünf Stunden vor dem Schlafengehen.
  • Keine Schlaf- und Beruhigungsmittel einnehmen.
  • Im Bett bevorzugt in der Seitenlage schlafen.

Operative Therapie

Sollten anatomische Veränderungen vorliegen, die zur Entstehung von Schnarch-geräuschen führen, steht deren operative Beseitigung als ursächliche Therapie im Vordergrund.

Ziel der Behandlung ist das Wiederanschwellen zu verhindern. Dies kann durch verschiedene Maßnahmen erreicht werden. Wir wenden eine gewebeschonende
und für den Patienten wenig belastende Methode an ,die Coblation.
Mit Hilfe eines kleinen Eingriffs wird unter örtlicher Betäubung die Nasenatmung verbessert.

Bei diesem Eingriff wird in örtlicher Betäubung mit einer dünnen Spezialsonde der Nasenmuschelschwellkörper behandelt. Hierdurch wird das Wiederanschwellen verhindert und somit die Nasenatmung verbessert.
Gaumensegelerschlafung

Hierbei kann es sich sowohl um die Ursache als auch die Folge des chnarchen handeln.
Die Straffung des Gaumensegels kann oftmals Abhilfe schaffen.

Es handelt sich dabei um einen ambulanten Eingriff in örtlicher Betäubung.
Bei dieser OP werden überschüssige Anteile des Weichgaumens und ein Teil des Zäpfchens entfernt ( hierfür verwendete man früher den Laser, wir setzen die Coblation ein, eine schonende und dadurch auch weniger schmerzhafte Methode).

Häufig reicht eine einzige Sitzung, gelegentlich sind zwei oder drei Eingriffe erforderlich.
Die Operation kann ohne nennenswerte Risiken ambulant durchgeführt werden.